Fotoreise 2008 Paris
von Hans-Jürgen Krause

Es ist Donnerstag der 24. Juli 2008, 12.49 Uhr. In Gare de l´Est, dem Ostbahnhof von Paris, fährt ein der ICE 9556 aus Frankfurt am Main. An Bord sind 19 Mitglieder der fotogruppe bickenbach, schwer bepackt mit fotografischer Ausrüstung. Bei sommerlichen Temperaturen fällt deshalb die Weiterfahrt in der Metro etwas beschwerlich aus. Mit der Metro Nr. 4 geht es bis Haltestelle Barbès Rochechouard. Dann umsteigen in die Metro Nr. 2 bis Haltestelle Pigalle. Von dort nur noch wenige Minuten Fußmarsch bis zum Hotel Carltons Le Relais de Montmartre am Boulevard de Rochechouard im 9. Pariser Arrondissement. - Geschafft!!! Nach dem Einchecken nichts wie raus, denn das Stadtviertel Montmartre bietet viele reizvolle fotografische Motive. Bei Sonnenschein und herrlicher Sicht auf die Stadt drängen sich Massen von Touristen rings um Sacrè Coeur. Aber es gibt sie noch, die ruhigen, malerischen Winkel des Montmartre. Auf dem Cimetière Montmartre laden ausgefallene Grabmale nicht nur zum Fotografieren sondern auch Ruhestätten von Berühmtheiten wie Émile Zola, Heinrich Heine, Honoré Balzac und Jacques Offenbach zum stillen Verweilen ein. Wieder im Touristenstrom lässt die Motivation, ständig Fotos zu schießen, so langsam nach. Es ist die Zeit gekommen, sich in einem der vielen Straßenkaffees nieder zu lassen. Fotofreunde machen hier auf ein bisher unbekanntes Erfrischungsgetränk aufmerksam, das Menthe à l´eau. Man nehme ein hohes Long-Drink-Glas, tue einige große Eiswürfel hinein, übergieße diese mit grünem Minze-Sirup bis die Eiswürfel darin aufschwimmen und fülle das Glas mit reichlich sprudelndem Mineralwasser auf. Fertig ist ein durststillendes, belebendes Getränk, bei dem man nicht immer zur Freude der Kellner längere Zeit verweilen kann. Am Abend trifft sich die gesamte Reisegruppe in der Auberge Le Pot de Terre in der Rue du Pot de Fer, einem Szenelokal im Quartier Latin und welch Überraschung, es gibt sie noch die preiswerten 3-Gänge-Menüs zu 12 und zu 16 € in Paris.

Nach einer lebhaften Nacht, denn Paris kommt auch nachts nicht zur Ruhe, die nächste Überraschung. Das Hotel-Frühstück hat fast englische Dimensionen. Nicht nur für die Teilnehmer der letzten Fotoreise nach Paris ein erfreulicher Umstand. Am heutigen Freitag steht eine gemeinsame Exkursion zum Büro- und Geschäftsviertel La Défense auf dem Programm. Der ganze Vormittag wird mit dem Ablichten moderner Architektur verbracht. Danach schwärmen die Mitglieder einzeln oder in kleinen Gruppen aus, um in anderen Teilen der Stadt zu fotografieren. Es gilt heute auch eine kleine Aufgabe zu erfüllen. Wem gelingt es die Skulptur „Bank mit Knoten“ zu finden und zu fotografieren? Die Bank wird von unserem Vereinsvorsitzenden Volker Frenzel offenbar mühelos in der Rue de Bercy in der Nähe des Gare de Lyon aufgespürt und fotografiert. Abendessen ist diesmal in unserem Hotel. Man kann über Qualität und Preis ebenfalls nicht meckern. Danach geht es auf die

Dachterrasse des Hotels. Von hier aus hat man eine wunderschöne Sicht auf das nächtliche Paris. Aus dem Halbdunkel der Terrasse schallt des wilde Klicken der Verschlüsse von Fotoapparaten. Hin und wieder stolpert man über die Beine herumstehender Fotostative.

Heute ist Samstag und jeder geht einzeln für sich oder in kleinen Gruppen auf Motivsuche. Die finden sich wie beim späteren Zusammentreffen berichtet wird am Centre Pompidou, Hotel de Ville, Notre Dame, Musée du Louvre, Musée d`Orsay, Jardin des Toulleries, Place de la Concorde, Avenue des Champs Elysees, Arc de Triomphe, Trocadero, Palais de Chaillot, Tour Eiffel und vieles mehr. Eine Gruppe fotografiert im Freizeitzentrum La Vilette. Am Abend ist Treffpunkt La Grande Arche, wo auf dessen großer Eingangstreppe bei Baguette, Käse, Salami und Rotwein ein gemeinsames Abendessen im Freien zelebriert wird. Nachdem die Sonne untergegangen ist taucht der Grand Arche und das ganze Viertel La Dèfense in das Licht der sogenannten „Blauen Stunde“, was alle Anwesenden zum Fotografieren beflügelt. Es ist spät in der Nacht, als die Rückfahrt zum Hotel angetreten wird.

Über der Stadt klingt das Geläut der zahlreichen Kirchen von Paris. Es ist Sonntag, der Tag der Heimreise. Was an diesem Vormittag noch bleibt ist ein entspannter Spaziergang über den Montmartre. Dann geht es auf dem bekannten Weg mit der Metro zum Bahnhof. Um 13:09 Uhr verlässt der ICE 9555 Paris Est. Unterwegs dankt Vorsitzender Volker Frenzel unter dem Beifall aller mitreisenden Vereinsmitglieder Martina Reinicke und Christa Zencke für die hervorragende Vorbereitung der Reise. Durch ihre kenntnisreiche Beratung und Begleitung vor Ort haben sie wesentlich dazu beigetragen, dass die diesjährige Fotoreise ein voller Erfolg geworden ist. - Auf französischem Schienennetz geht es recht zügig voran. Nach der Grenze beginnt das Übel, der ICE fährt nach und nach eine fast halbstündige Verspätung ein. In Frankfurt Hauptbahnhof erreichen wir den planmäßigen Anschlusszug nach Bickenbach nicht mehr. Wir müssen auf den nächsten warten. Dieser schafft es dann bis Bickenbach und kann aber wegen eines technischen Defektes nicht weiter fahren. Drei Fotofreunde aus Zwingenberg und Bensheim müssen deshalb ebenfalls aussteigen. Ihre Weiterfahrt nach Hause findet in einem Privatauto eines Mitgliedes der Fotogruppe statt. Für den Rest der Fotoreisegruppe findet der endgültige Abschluss der Fahrt im Gasthaus „Zur Rose“ statt.  Man ist sich einig: Trotz des Verlustes einer Filmkamera und der Schwierigkeiten mit dem Fahrplan der Deutschen Bahn AG ist Paris immer wieder eine Fotoreise wert.

 

Fotos: Ute Krämer

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     
     
     

 

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